Gesundheit macht Schule

Die fünf Kneippschen Elemente

In der ursprünglichen Kneipp-Therapie stellten die Wasseranwendungen das Herzstück dar, das aber schon bald von den vier anderen Elementen ergänzt wurde.

Lebensordnung

Lachende FrauDas Element "Lebensordnung" ist das übergeordnete Prinzip der Kneipp'schen Lehre: Es beschreibt die harmonische Einheit von Körper und Psyche als entscheidende Voraussetzung für die Gesundheit des Menschen. Unsere Tage sind oft geprägt von Stress und Hektik, Leistungsorientierung und Erfolgsdruck prägen unser Leben. Lebensordnung umfasst sämtliche Maßnahmen, die für seelische Ausgeglichenheit, Stresstoleranz und soziale Kompetenz sorgen und eine
Ausgewogenheit zwischen Ressourcen und Anforderungen
schaffen.

Die Basis hierzu ist eine gewisse Abschirmung von allen durch übermäßigen Stress belastenden Einflüssen erforderlich, damit der Mensch zu sich selbst finden kann. Erst dann können Emotionen ausgeglichen und die Psyche gestärkt werden. Mit verschiedenen Entspannungsmaßnahmen wird über den Körper auch die Seele günstig beeinflusst. Wissenschaftlich ausgedrückt ist es eine körperorientierte Psychotherapie. Zu den in der Ordnungstherapie wichtigsten Entspannungsmethoden gehören folgende Verfahren: aktive Entspannungsbehandlung, Lösungs- und Atemtherapie, autogenes Training, Yoga, auflockernde Gymnastik sowie Tanztherapie.

Wasseranwendungen

Hände in die ein Wasserstrahl trifftDie Wasseranwendung nach Kneipp besteht in einem aktiven Training der Blutgefäße.Wissenschaftlich ist heute erwiesen, dass gerade die kalten und wechselwarmen Anwendungen durchblutungsfördernd und gefäßtrainierend wirken,was zu einer Abhärtung des Körpers gegenüber jeder Form der Kälte führt. Besonders für schlecht durchblutete Regionen im Körper ist die Kneippsche Wasserbehandlung sehr förderlich. Darüber hinaus sorgen regelmäßige, mehrwöchige kalte Wasseranwendungen für eine deutliche Verminderung von Stress: Durch den kalten Reiz werden Stresshormone, z.B. Adrenalin, im Körper ausgeschüttet, deren Konzentration mit der Häufigkeit der Anwendung sinkt. Die Wasseranwendungen unterscheidet man in Güsse, Waschungen, Bäder und Wickel, die alle je nach Therapie kalt (10°-15°C) oder warm (36-38°C) angewendet werden.

Dazu kommen noch die bekannten Verfahren des Wassertretens, Tautretens und Schneegehens.

Heilkräuter

BlumenIn seinen Ausführungen griff Kneipp alte Erfahrungen über Heilkräuter auf. Dabei beschränkte er sich auf milde, meist heimische Heilpflanzen und überließ die stärker wirkenden, aber mit Risiken behafteten Giftpflanzen den Ärzten und Apothekern. Durch die Kombination dieser "milden Kräuter" mit anderen Heilverfahren wird eine günstige und effektive Gesamtwirkung erreicht, nicht nur bei der Vorbeugung und Gesunderhaltung, sondern auch bei der Behandlung von schwer kranken Menschen, die damals bei Kneipp Hilfe suchten. In der Kneippschen Lehre werden ganze Pflanzen sowie frische und getrocknete Pflanzenteile verwendet. Sie kommen in frisch gepressten Pflanzensäften,Tees und ätherischen Ölen, aber auch als Badezusätze oder Salben zum Einsatz.

Die im Auftrag des Bundesgesundheitsamtes von einer Kommission untersuchten Pflanzen stimmen in den wesentlichen Zügen in ihrer Heilwirkung mit den Beobachtungen von Pfarrer Kneipp überein!

Bewegung

JoggerinVon Natur aus ist der Mensch als "Bewegungswesen" angelegt. Die große Bewegungsarmut der Bevölkerung stellt einen Risikofaktor dar, der vor allem zu Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen, zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen kann. Ein systematisches Bewegungstraining dagegen kann nicht nur Herz und Kreislauf kräftigen, sondern auch den Stoffwechsel im Körper positiv beeinflussen.

Zur Förderung der Gesundheit ist vor allem ein regelmäßiges Ausdauertraining nötig, d.h., die gleichen Bewegungsabläufe werden über längere Zeit hinweg wiederholt. Dafür geeignet sind vor allem Spazieren gehen, Walken,Wandern, Joggen, Gymnastik, Tanzen, Radfahren, Skilanglauf und Schwimmen. Bei all diesen Übungsformen werden viele unterschiedliche Muskelpartien eingesetzt.

Ernährung

Frau beißt in eine ZitroneAnders als die meisten seiner Zeitgenossen hat Kneipp bereits erkannt, dass ein großer Teil der Erkrankungen durch falsche Ernährung ausgelöst wird. Deshalb hat er eine einfache, weitgehend natürliche und schonend zubereitete Kost gefordert. Die Nahrung soll vor allem dazu dienen, den Energiebedarf des Organismus zu decken und Stoffwechsel, Herz, Kreislauf und Abwehrkräfte in guter Funktion zu halten.

Um dies zu gewährleisten benötigt der Körper täglich eine bestimmte Kalorienmenge sowie eine Vielzahl von Nährstoffen und Vitaminen. Dementsprechend ist es sinnvoll, wenn ungefähr 50 Prozent der täglich zugeführten Nahrungsenergie aus Kohlenhydraten, cirka 20 Prozent aus Eiweiß und 30 Prozent aus verschiedenen Fetten bestehen. Bei den Kohlenhydraten wird besonderer Wert auf Vollkornprodukte, Reis, Kartoffeln, Gemüse und Obst gelegt.

Als wichtigstes Würzmittel werden reichlich frische Kräuter eingesetzt.

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