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Beine der Fahrgäste in einem voll besetzten Bus

Venen - geniale Konstruktion mit kleinen Fehlern

Die Venen ergänzen das Arteriensystem. Sie nehmen das Blut wieder mit, das die Schlagadern in alle Organe und Gewebe gebracht haben. Dafür arbeitet ein ausgetüfteltes System in unserem Körper.

Für den Blutrücktransport zum Herzen haben sich die großen Venen mit Klappen gewappnet, die einen Rückfluss des Blutes in die Körperperipherie verhindern und dafür sorgen, dass es die richtige Richtung beibehält. Besonders viele Venenklappen sind im Unterschenkel zu finden.

Bei einer Beschränkung auf das Venensystem der Beine lassen sich drei wichtige Gefäßtypen unterscheiden. Die Tiefen Venen liegen tief in der Muskulatur versteckt, ein anderer Teil (oberflächliche Venen) ist dicht unter der Haut zu finden. Durch die Verbindungsvenen stehen diese beiden Venenarten in Kontakt. Die durch Arztbesuche bekannteste Vene ist allerdings im Arm, in der Ellenbeuge, zu finden. Wegen ihrer günstigen Lage dicht unter der Hautoberfläche wird sie für Blutabnahmen und für Injektionen genutzt.

Ein ausgetüfteltes System

Bei der "Blutsaugearbeit" hilft den Venen ein Restdruck im Herzen, außerdem entsteht während des Atmens ein Unterdruck im Brustraum, der das venöse Blut anzieht. Das Zusammenspiel von Muskeln und Bewegung unterstützt die Venen: Ein angespannter Muskel drückt die jeweils dazwischenliegende Vene zusammen und das Blut wird herzwärts gepresst. Dadurch fällt der Druck in der entleerten Vene und es wird weiteres Blut nachgesaugt. So pumpen die Beinmuskeln den Blutfluss regelmäßig zurück zum Herzen und schaffen stabile Kreislaufverhältnisse. Indirekt wirken auch die Arterien auf den Rücktransport des Blutes ein. Die Schwingungen der Arterien, die dicht neben den Venen verlaufen, übertragen sich auf die Venenwände und drücken die Venen zusammen – so fließt das Blut auch dann zurück, wenn wir die Muskelpumpe nicht betätigen.

Eine Konstruktion, die genial angelegt ist. Doch der menschliche Körper hat sich offensichtlich noch nicht der Zivilisationserscheinung "Bewegungsmangel" angepasst. Die Blutflussverhältnisse verschlechtern sich durch einen typischen Alltag mit Büro- und Fernsehsitzerei und durch stundenlanges Stehen. Die Beine beginnen schnell zu schmerzen, weil der Blutkreislauf nicht ideal funktioniert. Damit ist Bewegungsmangel einer der wichtigsten Gründe für Venenerkrankungen.

Warum es trotzdem Probleme gibt

Äußere Hinweise auf die "Fehler" der Venen finden sich schnell. Besonders der Sommer ist verräterisch. Die Beine, nur noch in kurze Röcke oder Hosen gehüllt, zeugen bei vielen Menschen von Venenproblemen. So gibt es die relativ unauffälligen "Besenreiser", die bereits auf Venenschwäche oder gar eine fortgeschrittene Venenerkrankung hinweisen.

Krampfadern signalisieren eine Veranlagung für Venenleiden und können auch eine Erkrankung der Venen anzeigen, dazu zählen erweiterte Venen, die der Mediziner Varizen nennt.

Schaubild des Aufbaus unserer Venen

Eine Thrombose kann sich entwickeln, wenn eine Venenwand geschädigt ist und sich in ihrer Nähe Blutplättchen ansammeln und verklumpen. Am häufigsten treten sie im Zusammenhang mit Herzkrankheiten auf und sie können in der Folge Venenklappen zerstören. Durch die Stauung kommt es zu einer chronischen venösen Leistungsschwäche. Ödeme, Hautveränderungen, Ekzeme, Juckreiz und Verhärtungen können nach einer oder mehreren Thrombosen auftreten.

An Stellen, an denen aus erweiterten Venen Blut mit hohem Druck in das Gewebe eindringt, kann ein offenes Bein (Ulcus Cruris) entstehen – es bedeutet das Endstadium einer chronischen Venenerkrankung.

Beinvenen meist an Embolien schuld

Wenn sich ein Blutgerinnsel von der Venenwand losreißt und mit dem Blutstrom übers Herz in die Lunge geschwemmt wird, besteht die Gefahr, dass es als Pfropf ein großes Gefäß verschließt. Bei einer Embolie, der gefährlichsten Form einer Thrombose, bricht der Lungenkreislauf zusammen, der betroffene Mensch stirbt an Sauerstoffmangel. An etwa 90 Prozent der Embolien sind die Beinvenen schuld.

Venenprobleme fangen unauffällig an, um sich dann manchmal gefährlich zuzuspitzen. Schuld daran ist nicht der aufrechte Gang des Menschen, denn mit Venenklappen und Muskelpumpe hat sich der Körper längst auf diese Tatsache eingestellt. Vielmehr ist es meistens unsere Lebensweise, die dem Venensystem die Arbeit zur Plage macht.

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