Expertenchat

Jeden Monat ein neues Thema!

Der nächste Livechat findet am 6. Mai 2019 von 20:30 bis 22:00 Uhr statt. Geladen haben wir diesmal Dr. med. Nicole Maison zum Thema "Asthma". Verstopfte Atemwege, Atemnot und Hustenanfälle machen Asthmatikern das Leben schwer. Eine ganze Reihe unterschiedlicher Ursachen und auslösender Faktoren können dafür verantwortlich sein. Was können Patienten und Eltern tun, um (wieder) beruhigt durchatmen zu können? Wie erreicht man größtmögliche Beschwerdefreiheit und was schützt vor Langzeitschäden? All das erfahren Sie in diesem Expertenchat!

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Die Expertin / Der Experte

Nach dem Medizinstudium in Magdeburg, Kansas City (USA) und Bern (Schweiz), hat Dr. med. Nicole Maison 2007 das Staatsexamen in Humanmedizin abgelegt. Anschließend war sie klinisch im Bereich der Inneren Medizin/Pneumologie (Asklepiosklinik Hamburg/Harburg), in der Inneren Medizin des Uniklinikum München, in der Kinderklinik der Universität Magdeburg und in einer Kinderarztpraxis in München tätig. Nach ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit im Helmholtzzentrum München, arbeitet sie nun seit 2017 als Ärztin in der Fachambulanz für Asthma und Allergien im Dr. von Haunerschen Kinderspital. Als Teil der Forschungsgruppe Asthma und Allergien der LMU München und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung beschäftigt sie sich mit der Erforschung von Asthma im Kindesalter.

Das Interview vorab

Wo liegen die Ursachen für Asthma, sind sie bei jedem gleich?

Asthma bronchiale ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Während bei Patienten mit allergischem Asthma meist „äußerliche“ Ursachen, wie Allergene, zu Beschwerden führen, ist das bei der „intrinsischen“ Form nicht der Fall. Manche Patienten leiden unter einen „Anstrengungsasthma“ und haben nur Beschwerden bei körperlicher Belastung. Aber auch bestimmte Medikamente, z. B. ASS, können ein Asthma auslösen. Den verschiedenen Unterformen ist gemeinsam, dass eine chronische Entzündung in den Atemwegen vorliegt und eine Verkrampfung der Muskulatur in den Bronchien auftritt. Das führt zu der für das Asthma typischen, anfallsartig auftretenden, pfeifenden Atmung.

Ist Asthma heilbar?

Asthma kann zu den unterschiedlichsten Zeiten im Leben neu auftreten. Oft leiden schon kleine Kinder an Beschwerden. Ein Teil dieser Patienten verliert die Beschwerden bis zum Erwachsenenalter wieder, andere haben ihr Leben lang Probleme. Patienten, die in der Pubertät oder später erkranken, sind meist ein Leben lang betroffen. Auch wenn nicht immer Beschwerden vorliegen, gehen Wissenschaftler heute davon aus, dass in den meisten Fällen eine dauerhafte Entzündung vorliegt. Eine Heilung ist aufgrund der vielen unterschiedlichen Ursachen der Erkrankung bis heute nicht möglich. Allerdings kann die richtige Behandlung den Verlauf günstig beeinflussen und einem Großteil der Patienten ein fast uneingeschränktes Leben ermöglichen.

Kann man Asthmaanfällen vorbeugen?

Behandelt man die Ursache, nämlich die Entzündung der Bronchien, kann man das Risiko eines Asthmaanfalls deutlich verringern. Hierfür stehen heute zahlreiche Medikamente zur Verfügung, wie zum Beispiel kortisonhaltige und atemwegserweiternde Medikamente zur Inhalation. Bei Patienten mit allergischem Asthma spielt die Vermeidung der auslösenden Allergene eine große Rolle. Auch eine spezifische Immuntherapie, durch die die Empfindlichkeit gegen bestimmte Allergene verringert wird, kann diesen Patienten helfen. Eine Reihe von neuen Medikamenten, sogenannte Biologika, werden zunehmend erfolgreich  in der Asthmatherapie eingesetzt.

Was kann ich selbst tun, um die Behandlung zu unterstützen und Symptome zu lindern?

Ein wichtiger Faktor ist die Vermeidung von schädlichen Einflüssen. Dazu zählt in erster Linie das Meiden aktiven und passiven Rauchens. Neben einer gesunden Lebensweise, spielt ein normales Körpergewicht eine wichtige Rolle, denn Übergewicht ist ein Risikofaktor für Asthma. Die richtige und regelmäßige Anwendung der verordneten Therapie ist ebenso wichtig wie regelmäßige Kontrollen beim Lungenfacharzt.

Sport oder Haustiere – müssen  Asthmatiker generell darauf verzichten?

Auf Sport müssen Asthmapatienten nicht verzichten. Im Gegenteil – Ausdauersport, oder die Teilnahme an Lungensportgruppen, haben einen positiven Effekt auf die Erkrankung. Patienten mit einem allergischen Asthma haben häufig eine Sensibilisierung gegen Tierhaare. Von Haustieren mit Fell muss in diesen Fällen unbedingt abgeraten werden.