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Junge Frau prüft ihren Atem

Gibt es Mittel gegen Mundgeruch?

Wenn Ihr Gegenüber die Nase rümpft, müssen Knoblauch in der Pasta, das Bierchen zum Feierabend oder der Stinkekäse auf dem Pausenbrot nicht immer schuld daran sein. Ursache für Mundgeruch sind ganz oft auch Entzündungen im Zahnfleisch und natürlich mangelnde Mundhygiene!

Woher kommt der Mundgeruch?

Unsere Atemluft enthält 78 Prozent Stickstoff, 17 Prozent Sauerstoff, vier Prozent Kohlendioxyd und ein Prozent weiterer Gase. Dazu gehören winzige 0,000001 Prozent, die entscheiden, ob man Sie riechen mag.

Wenn sich die stets vorhandenen Bakterien mit dem Abbau der Nahrungsreste beschäftigen, kommt es zu einer Gärung oder auch zu Fäulnis im Mund. Der eigentliche und schlimme Geruch, der Sie unsicher macht und ihr Gegenüber auf Fluchtgeschwindigkeit bringt, dampft jedoch aus ganz bestimmten "Faulecken". Dazu zählen neben dem belegten Zungenrücken Zahnfleischtaschen, Entzündungen oder kariöse Zähne. Das auch zu wenig Speichel zum Mundgeruch beiträgt, können Sie übrigens gleich nach dem Aufwachen feststellen. Weil nachts der Speichelfluss zurückgeht, klagen deutlich mehr Menschen in der Früh über schlechten Atem!

Ursache kann auch eine Krankheit sein

Neben chronischen Halsentzündung kommen auch Leber- und Nierenerkrankungen als Ursache infrage. Riecht der Atem nach Lehmerde oder Urin, sollte die Ursache dringend behandelt werden.

"Rezepte" aus der Vergangenheit

Das beste Rezept ist konsequente Hygiene mit allen Utensilien, die der Zahnarzt empfiehlt - Zahnseide, Zungenschaber und Zwischenraumbürste eingeschlossen. Darüber hinaus suchte man bereits im 19. Jahrhundert nach Möglichkeiten, mit den Kräften der Natur für besseren Atem zu kämpfen.

  • Hildegard von Bingen schrieb: "Wenn jemand Überfluss von Schadsäften oder einen übelriechenden Atem hat, der koche Salbeiblätter in Wein, seihe durch ein Tuch ab und trinke es oft."
  • Salbei erkannte sie als  "natürliches Antibiotikum" mit enthaltenen Gerbstoffen, die ideal für die Behandlung entzündeter Schleimhaut geeignet sind. Er ist zudem bei Mundgeruch hilfreich, der durch ungünstige Bakterien oder Pilze verursacht wird.
  • Eine zweite Pflanze, die nach Hildegard von Bingen den schlechten Mundgeruch nimmt, ist der Fenchel. Er wird von Naturheilkundlern wegen seiner positiven Wirkung auf den Magen auch heute noch empfohlen. Oftmals ist nämlich auch eine Störung beim biochemischen Vorgang der Verdauung beteiligt.
  • Gebräuchlichstes Mittel waren und sind die ätherischen Öle der Pfefferminze. Sebastian Kneipp dagegen gab statt der Gartenpflanze die stärker wirkende Wasserminze den Vorzug." 

Übrigens: Vorsicht mit Mundspülungen, weil die das Problem auf Dauer nicht lösen. Sie können die Bakterienkultur zerstören, was meist zu einer noch schlimmer müffelnden Atemluft führt.

In der Zahncreme enthalten

Gegen übel riechenden Atem wird heute die Pfefferminze kaum je in Form von Tee verwendet, sondern als Mentholbestandteil in der Zahnpasta oder im Mundwasser. Eine weitere empfehlenswerte Anwendung sind Kaugummis, in denen Minze mit ätherischen Ölen enthalten ist.

Weitere Tipps

  • Wohl die bekannteste Heilpflanze bei Entzündungen dürfte die Kamille (Matricarla recutita) sein. Sie ist für Mundspülungen gut geeignet und auch zur Behandlung des Magens, wenn hier die Ursache für den Mundgeruch liegt.
  • Tee aus dem Beifuß (Artemisia vulgaris) wirkt mit seinen Bitterstoffe und ätherischen Öle nicht nur symptomatisch, sondern hilft auch bei der Beseitigung der Ursachen. Das gilt vor allem, wenn Magen- und Darm- sowie Leber- und Gallenleiden am Mundgeruch beteiligt sind.
  • In Südeuropa wird sehr gern Oregano verwendet, den wir meist nur als Gewürz aus dem Küchenregal kennen.
  • Weil bei schlechtem Mundgeruch häufig die Schleimhaut entzündet und aufgequollen ist, sind auch Gerbstoffdrogen zum Spülen zu empfehlen.
  • Noch eine besonders gut wirksame Heilpflanze ist das Isländisch Moos (Cetmria islandica). Als Schleimdroge wirkt es reizlindernd bei Entzündungen und die bitteren Flechtensäuren wirken leicht antibiotisch. Man kann es in Form von Tee, vor allem aber auch als Lutschtabletten anwenden.

Quelle: Kneipp-Journal, Dr. Eleonore Hohenberger

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