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Zahnschäden durch saure Lebensmittel

Das hat gerade noch gefehlt: Was dem Körper gut tut, schadet offensichtlich an anderer Stelle. Fruchtsäure, wie sie mehr oder weniger konzentriert in Obst und diversen Säften enthalten ist, kann den Zahnschmelz massiv angreifen. Was ist zu beachten?

Deutschland ernährt sich bewusster. Statt zu süßen und zu fetten Lebensmitteln stehen mehr gesunde und vitaminreiche Gerichte auf dem Speiseplan. Darüber hinaus versprechen neue Diäten das Purzeln überflüssiger Pfunde - und Fastenkuren zur Entschlackung des Körpers haben Hochkonjunktur.

Vorab: Tipps für Kids

  • Zum Beispiel Orangensaft zügig austrinken, statt über Stunden verteilt am Glas zu nippen. Kindern Fruchtsäfte in die Nuckelflasche zu füllen, ist der Overkill!

  • Nach dem Genuss von Saurem erst einmal Finger weg von der Zahnbürste. Da der Schmelz durch das mechanische Reiben zusätzlich angegriffen wird, sind 30 Minuten Wartezeit Pflicht.

Säure greift den Zahnschmelz an

Die in manchen Fitmachern enthaltenen Säuren können den Zahnschmelz angreifen, ihn aufweichen und allmählich abtragen. In der Zahnmedizin wird dies als Erosion bezeichnet. Werden "saure" Zwischenmahlzeiten und Getränke über den Tag verteilt, sind die Zähne jedes Mal einer Säureattacke ausgesetzt und damit einem erhöhten Erosionsrisiko.

Diese Sorten sind besonders "sauer"

Zu den besonders säurehaltigen Nahrungsmitteln gehören Obstsorten wie Zitrusfrüchte, Äpfel, Kiwis oder Ananas. Auch Frucht- und Gemüsesäfte, so genannte Sport- und Light-Getränke, Limonaden oder essighaltige Salatsoßen haben einen hohen Säureanteil. Ausgenommen sind jedoch saure Nahrungsmittel, die viel Kalzium und Phosphat enthalten wie Joghurt, Joghurtdressings, Buttermilch oder Orangensaft mit Kalziumzusatz. Zudem sind viele Gertränke wie Limonaden, Cola oder Eistees zusätzlich stark zuckerhaltig, was wiederum die Entstehung von Karies begünstigen kann.

Milchprodukte als "Neutralisator"

"Ist die Ernährung hauptverantwortlich für säurebedingten Zahnschmelzverlust, kann eine Umstellung der Ess- und Trinkgewohnheiten bereits hilfreich sein. Säfte und Erfrischungsgetränke sollten möglichst zu den Hauptmahlzeiten genossen werden, am besten zusammen mit Milchprodukten. Diese neutralisieren die Säuren", rät Prof. Joachim Klimek, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Universität Gießen. Empfehlenswerte Durstlöscher sind grundsätzlich kohlensäurefreie Mineralwässer, Leitungswasser, Milch oder Kräutertees.

Viel Kauen schützt die Zähne

Gut sind zudem Speisen, die kräftig gekaut werden müssen. Das Kauen regt den Speichelfluss an, der die Zähne schützt: Er neutralisiert Säuren im Mund und hilft, zahnhärtende Mineralstoffe wieder in den Zahnschmelz einzubauen. Kauaktive Lebensmittel sind zum Beispiel frische Gemüsesorten wie Karotten und Gurken. Für die Speichelstimulation zwischendurch ist das Kauen zuckerfreier Zahnpflegekaugummis besonders gut geeignet, vor allem nach sauren oder zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten.

Zahnzwischenräume brauchen Pflege

Entscheidend für die Vermeidung von Erosionen ist neben dem richtigen Ernährungsverhalten die Zahnpflege. Zweimal täglich sollten die Zähne gründlich mit einer weichen Zahnbürste geputzt werden. Wichtig ist auch die Reinigung der Zahnzwischenräume mindestens einmal am Tag mit Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürstchen. Menschen, die unter Erosionen leiden, sollten nach dem Genuss saurer Speisen und Getränke nicht direkt die Zähne putzen! Denn die Einwirkung der Säuren erweicht den Zahnschmelz. "Die Gefahr, dass durch das anschließende Zähneputzen Zahnsubstanz abgetragen wird, ist dann besonders hoch. Besser ist es, den Mund anschließend mit Wasser oder einer fluoridhaltigen Mundspüllösung auszuspülen", so Klimek.

Quelle: Informationszentrum Mundgesundheit und Prophylaxe

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