Stetoskop auf einer hellen Tischplatte

Laser-OP: Der Traum vom Leben ohne Brille

Seitliche Makroaufnahme der Augenoberfläche

Sie mag noch so modisch sein, ihrem Träger einen seriöseren Gesichtsausdruck verleihen, dabei helfen, dass man auch von der letzten Schulbank die Tafel noch erkennt und beim Autofahren die Schilder lesen kann: Trotzdem ist die Brille bei vielen unbeliebt und wird von ihnen eher als Störung, denn als Hilfe empfunden. Dem Trend folgend sind überall im Land ambulante Kliniken aus dem Boden geschossen, in denen für meist vierstellige Beträge Abhilfe bei Kurz- und Weitsichtigkeit oder bei Hornhautverkrümmung versprochen wird. Ein Eingriff nicht ohne Risiken, der vom Gesetzgeber nach wie vor als kosmetische Operation angesehen wird und daher von den Krankenkassen nicht bezahlt werden darf. Dem Traum vom „Leben ohne Brille“ tut dies keinem Abbruch und die Zahl der Eingriffe, die inzwischen längst Routine geworden sind, steigt kontinuierlich an

Was kann behandelt werden?

Seit auch die BKK24 für eine neue Brille nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen bezahlen darf, machen immer mehr Deutsche eine einfache Rechnung auf: Sechs bis acht Jahre und die entsprechende Anzahl von Sehhilfen braucht es, damit sich die Investition in die Augen-OP nicht nur in Sachen Komfort rechnet. Während viele aus modischen Gründen die Lasertechnologie nutzen, werden bei anderen Patienten auch die Folgen von Krankheiten oder altersbedingten Beeinträchtigungen des Sehvermögens korrigiert. Behandelt werden:

  • Kurz- und Weitsichtigkeit
  • Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)
  • Glaukom (erhöhter Augeninnendruck meist in Verbindung mit Hornhautverdickung und schleichendem Verlust des Sehvermögens)
  • Makulopathie (meist erst ab einem Alter von 50 Jahren auftretende Erkrankung der Netzhaut, wobei Zellabbau, Schwellungen und Blutungen zu einer dauerhaften Sehverschlechterung führen)
  • Diabetische Retinopathie
  • Alterssichtigkeit

Kosten, Chancen & Risiken

Selbstverständlich gibt es auch im Ausland Kliniken, in denen die Laserchirurgie sehr weit fortgeschritten und die eingesetzte Technik auf dem neuesten Stand ist. Um „Billigangebote“ sollte man trotzdem einen großen Bogen machen, denn es handelt sich schließlich um einen Eingriff, der für jeden Patienten individuell geplant und professionell durchgeführt werden muss. Seriöse Kliniken bieten daher auch keine „Fließbandoperationen“ an, sondern werden ihre Kunden ausführlich untersuchen und beraten. Die Kosten richten sich dabei meist nach dem Grad der Fehlsichtigkeit und beginnen in Deutschland knapp unter 1.000 Euro.

Für die einzelnen Operationsverfahren wurden von der „Kommission für refraktive Chirurgie“ des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA)“ und der „Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)“ Qualitätsrichtlinien entwickelt. Sie enthalten unter anderem Grenzwerte, um höchstmöglichen Schutz vor einer gefährlichen Hornhautverdünnung in Folge des Eingriffs zu bieten. Die Kommission schreibt den angeschlossenen Kliniken und Operateuren laufende Qualitätssicherung und Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen vor.

LASIK (Laser-in-situ Keratomileusis)

LASIK ist die beliebteste und am häufigsten angewendete Form der Laserchirurgie, mit einer von den Kliniken behaupteten Erfolgschance von bis zu 95 Prozent. Sie bietet:

  • Gute Erfolgschancen für Patienten mit -1,5 bis -6,0 Dioptrien, nach dem Eingriff ohne Fernbrille auszukommen,
  • bei Werten zwischen – 6,0 und -9,0 Dioptrien die Möglichkeit einer weitgehenden Korrektur, wobei das Ergebnis allerdings schwankt. So ist eher wahrscheinlich, dass zum Beispiel beim Autofahren noch eine Brille getragen werden muss.
  • Behandlungsmöglichkeit bei Astigmatismus bis etwa -4,0 Dioptrien.
  • Bei Hyperopie, also bei Weitsichtigkeit, sollen bereits Korrekturen von bis zu +6 Dioptrien möglich sein.

Beim Eingriff entfernt wird ein Teil der Hornhaut „hochgeklappt“ und dann die darunter liegenden überflüssige Zellschichten durch einen „kalten Laser“ Schicht für Schicht und mit äußerster Präzision abgetragen. Der Augapfel selbst wird dabei nicht geöffnet, was diese Operationsmethode deutlich sicherer macht, als die „Messerchirurgie“ oder das Einsetzen künstlicher Korrekturlinsen. Der Eingriff selbst wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur etwa zehn Minuten. Weniger als 60 Sekunden davon dauert der „kritische Zeitraum“, in dem der Patient seinen Blick ins Zentrum des Mikroskops richten muss. Neuere Geräte verfolgen das Auge automatisch und sorgen damit für eine perfekte Zentrierung des zu behandelnden Bereichs.

Erst acht Tage bis drei Wochen nach dem Eingriff stabilisiert sich die Sehschärfe, wobei allerdings bereits am ersten Tag eine funktionale Sehschärfe – eventuell aber verbunden mit einem kurzzeitigen Verlust des Kontrastsehens - gegeben ist. Beim LASIK-Verfahren sollte man mit geringen Schmerzen nach der Operation rechnen. Die Gefahr von Entzündungen ist jedoch durch die im Vergleich kurze Dauer des Heilungsprozesses deutlich reduziert.

Da dieses Operationsverfahren ständig weiterentwickelt wird, sind die mit Studien verbundenen Aussagen über die langfristigen Operationserfolge nur bedingt aussagefähig. Nach einer jüngeren Studie aus den USA haben tatsächlich 78 Prozent der Patienten (allerdings zum Teil erst nach zwei Eingriffen) ihre angestrebte Korrektur erreicht und bewegen sich innerhal eines Toleranzbereiches von plus-minus fünf Dioptrien, wobei anfängliche Nachtsichtprobleme ein Jahr später nur noch bei etwa jedem zwanzigsten auftraten.

PRK (Photorefraktive Keratektomie)

PRK ist der „ältere“ Vorläufer von LASIK, der jedoch bei Patienten mit nur leichter Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung durchaus noch Anwendung findet. Dabei wird keine Hornhautklappe erstellt, sondern die Augenoberfläche direkt behandelt. Zum Einsatz kommt allerdings auch hier ein „kalter Laser“, der feine Schichten der Hornhaut durch Verdampfung abträgt, um auf diesem Weg deren Brechkraft zu verändern. Die Heilung dauert länger und ist unangenehmer – eine Verbesserung der Sehfähigkeit ist frühestens nach ein bis zwei Wochen bemerkbar.

LASEK

Dieses Verfahren kombiniert LASIK und PRK und wird zumeist bei Patienten mit zu dünner Hornhaut eingesetzt. Unter örtlicher Betäubung wird während der etwa 15 Minuten dauernden Operation eine Hornhautklappe mit Hilfe von Alkohol abgelöst, bevor der Laser das darunter liegende Gewebe bearbeitet. Das Epithelläppchen wird anschließend mit einer speziellen Kontaktlinse abgedeckt, die als „Verband“ dient. Im Vergleich zu PRK ist dieser Eingriff zwar mit weniger Schmerzen verbunden, wird jedoch meist nur für die Korrektur einer mittelschweren Kurz- oder Weitsichtigkeit empfohlen. Die funktionale Sehschärfe kann dafür in manchen Fällen bis zu einigen Monaten auf sich warten lassen.

Weitere lasergestütze Verfahren

Neben LASEK, PRK und LASEK gibt es noch weitere lasergestützte Augenoperationen um altersbedingte Augenkrankheiten zu behandeln. Diese Eingriffe können zwar bestehende Sehfehler nicht korrigieren, aber eine weitere Verschlechterung verhindern. Ein grüner Star (Glaukom) kann mit drei verschiedenen Laser-Therapien behandelt werden, Makulopathie kann mit photodynamischer Therapie behandelt werden, diabetische Retinopathie kann mit Laserkoagulation und Alterssichtigkeit (Presbyopie) mit Monovision behandelt werden.

Rufnummer 05724 9710 der BKK24 Telefon-Hotline
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