Bitterstoffe

„Bitterstoffe“ sind nicht nur ein aktueller Ernährungstrend, sondern wirklich wichtig für einen gesunden Körper. Bitterstoffe stimulieren die Produktion von Gallenflüssigkeit und Magensäften, also den Verdauungsprozess. Seit kurzer Zeit wird der bittere Geschmack gegen zu großen Appetit eingesetzt. Heißhungerattacken und Appetit auf Süßes sollen durch Bitterstoffe gebremst werden können. Traditionell werden Bitterstoffe aber eher zum Anregen des Appetits verwendet, denn sie verstärken neben den anderen Verdauungssäften auch den Speichelfluss, es läuft einem also das Wasser im Munde zusammen.

Lebensmittel, die Bitterstoffe enthalten, sind beispielsweise Chicorée, grüner Tee, Kaffee, Rucola, Eichblattsalat, Radicchio, Löwenzahn und Pampelmusen. Ob einem bittere Lebensmittel schmecken, ist genetisch vorprogrammiert – und vom Geschlecht beeinflusst, Frauen sind empfindlicher gegen „bitter“. Geschmacksempfinden ist jedoch eine Frage der Gewöhnung. Viele bittere Gemüse sind sehr gesund, sie enthalten oft nur wenige Kalorien und viele gesunde Farbstoffe.

Früher waren Gemüse- und Obstsorten viel bitterer. So wurden Bitterstoffe noch ganz natürlich unbewusst mitverzehrt. Bei neuen Sorten sind die Bitterstoffe herausgezüchtet worden, sodass sie eher zum modernen süß-salzigen Geschmacksempfinden passen. Alte Sorten von Auberginen, Rosenkohl, Kohlrabi und Linsen haben ein ganz anderes Geschmacksspektrum, genauso wie verschiedene Biermarken, die längst nicht mehr so herb wie ursprünglich sind.

Magenbitter, in denen Bitterstoffe von Kräutern und Gewürzen vorkommen, gibt es in Deutschland schon sehr lange, und sie sind ungebrochen populär. Sind diese zuckerhaltig und werden als „Verdauungsschnaps“ getrunken, werden jedoch zwei Aspekte missachtet: Alkohol hemmt die Verdauung eher, als dass er sie fördert, und der Zuckergehalt, der die Magenbitter zum Likör macht, motiviert zum Verzehr von Süßigkeiten. Die Rezepturen der neu entwickelten Bitterstoffe gegen Heißhunger kommen zwar ohne Zuckerzusatz aus, aber die Bitterstoffe sind auch hier in Alkohol gelöst. Für Kinder (mit dem größten Hunger auf Süßigkeiten) sind sie deshalb nicht geeignet. Zum Verzehr von gesunden Bitterstoffen sollten Sie also lieber auf die natürlichen bitterstoffhaltigen Lebensmittel zurückgreifen.