Stressund Gesundheit

Stress beeinflusst die Gesundheit

Stress zu erleben, ist normal. Stress ist nicht einmal per se schlecht. Dauerstress ist jedoch ein ernstes Problem – in unserer heutigen Gesellschaft allgemein, und für die eigene Gesundheit ganz besonders.  

Wie funktioniert Stress?

Überforderung, konstanter Leistungsdruck, Zeitmangel oder eine Verlusterfahrung können für Stress sorgen. Als negativ empfundener Stress schüttet die Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus. Diese „Stresshormone“ triggern einen Fluchtreflex. Was in der Entwicklung des Menschen Jahrtausende lang Sinn ergab, hilft modernen Arbeitnehmenden nicht weiter. In den meisten Fällen ist es uns nicht möglich, diesen Fluchtreflex mit sofortiger Bewegung abzubauen. Das sorgt auf lange Sicht für körperliche Vorgänge.  

Langanhaltender Stress kann so die kognitiven Fähigkeiten reduzieren: Das Denken fällt schwerer, wir neigen zu unlogischen Handlungen. Der Bluthochdruck steigt, was den ganzen Organismus beeinträchtigen kann. Übergewicht, Infektanfälligkeit und die Entwicklung von Depressionen werden durch den Risikofaktor Stress begünstigt. Cortisol erhöht bei Dauerstress die Insulinausschüttung, wodurch der Körper Fett schlechter abbauen kann.

Was hilft wirklich gegen Stress?

Ausschlaggebend für die eigene Gesundheit ist nicht allein das stressende Ereignis, sondern die Art, damit umzugehen. Selbstwirksamkeit ist hier ein wichtiges Stichwort: Erleben wir uns als handlungsfähig? Hier hilft das Vergegenwärtigen vergangener Erfolge. Welche Bewältigungsstrategien haben sich schon einmal als hilfreich erwiesen? 

Ein weiterer wichtiger Faktor sind soziale Kontakte. Freundschaften und Unterstützung machen widerstandsfähig gegen die ungesunden Folgen von Stress und tragen zur Entspannung bei. 

Auch Achtsamkeitstechniken, Meditation und vor allem Bewegung und der Aufenthalt in schöner Natur fördern die Erholung von Stress.

Beeinflusst die Ernährung Stress?

Bislang gibt es keine verlässlichen Informationen, wie einzelne Lebensmittel gegen Stress wirken – bis auf Zucker. Zucker dämpft unsere negativen Gefühle und besänftigt uns. Daher reagieren viele Menschen mit Süßigkeiten und Frustessen auf schwierige Situationen. Leider verstärkt das auf Dauer die negativen Folgen von chronischem Stress. Dazu kommt die Gewichtzunahme, die im gesundheitlichen Bereich weitere Probleme verursachen kann. 

Langfristig besser als Süßigkeiten: bewusstes und genussvolles Essen. Ideal ist eine Ernährung im mediterranen Stil. Diese führt nachweislich zu mehr Zufriedenheit und dazu, Sättigungssignale besser wahrzunehmen. Essen sollte nicht zur Bewältigung von Gefühlen eingesetzt werden. Gesunder Genuss im richtigen Rahmen hingegen bedeutet Unterstützung im Sinne einer bewussten Selbstfürsorge.

Darf ich mich überhaupt gestresst fühlen?

Jedes Gefühl hat seine Berechtigung. Die Schwelle, was noch als belebende Herausforderung und was als negativer Stress empfunden wird, ist höchst individuell. Eine realistische Selbsteinschätzung ist der erste Schritt zu einem gesunden Selbstbild. 

Perfektionismus ist nicht hilfreich. Erkennen Sie Ihre eigenen Grenzen und respektieren Sie sie! Denken Sie – nicht nur, aber auch – an sich! Genügend Zeit und Muße für schöne Dinge sowie ausreichend Schlaf sind kein Luxus, sondern schlichte Notwendigkeit, um Stress abzubauen, gesund und leistungsbereit zu bleiben. 

So gehen Sie gut mit Stress um!

  1. Setzen Sie klare Prioritäten, sagen Sie auch mal nein.
  2. Betreiben Sie kein Multitasking: eins nach dem anderen.
  3. Bewegen Sie sich (vor allem auch an stressigen Tagen).
  4. Ernähren Sie sich ausgewogen, vermeiden Sie „emotionales Essen“.
  5. Pflegen Sie soziale Kontakte.
  6. Legen Sie feste Pausen ein.
  7. Beschäftigen Sie sich mit schönen Dingen wie Hobbys, Musik etc.
  8. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf.
  9. Akzeptieren Sie unveränderliche Tatsachen und Zustände.

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