Eigenes Gemüse aus dem Garten ist eine super Sache! Die Arbeit an der frischen Luft bringt eine Menge gesundheitliche Vorteile. Wer sein Essen selbst anbaut, weiß genau, was drin ist. Aber: Gemüse aus dem eigenen Garten ist nicht automatisch „bio“!
Was sich offiziell „bio“ oder „öko“ nennen will, muss in Deutschland und in der EU die EU-Öko-Verordnung erfüllen. Rein rechtlich gelten selbst angebaute Tomaten ohne Zertifizierung deshalb nicht als bio, auch wenn sie nach ökologischen Prinzipien gezogen wurden. Dazu müsste beispielsweise eine lückenlose Dokumentation inklusive nachgewiesener Förderung der Bodenfruchtbarkeit erfolgen und regelmäßig durch unabhängige Kontrollen bestätigt werden.
Doch auch ohne offizielles Bio-Siegel gilt natürlich: Gemüse aus dem eigenen Garten, das Sie ohne chemisch-synthetische Pestizide und ohne mineralischen Stickstoffdünger anbauen, entspricht im praktischen Sinne oft dem, was man landläufig unter „bio“ versteht.
Es gibt jedoch einige Stellschrauben, die sich auf Ihren Gemüseanbau im Hobby-Garten auswirken können.
In der EU gilt Saatgut als „bio“, wenn es von Pflanzen stammt, deren Produktion den EU-Öko-Richtlinien entspricht. Das heißt: Es wurden nachweislich keine chemisch-synthetischen Pestizide und keine mineralischen Dünger in der Produktion der Samenpflanzen genutzt. Auch Gentechnik ist tabu.
Vorteile von Bio-Saatgut:
Konventionelles Saatgut wird häufig gebeizt, also mit Fungiziden oder Insektiziden behandelt.
Bio-Saatgut darf diese Behandlungen nicht bekommen. Das sorgt für weniger Umweltbelastung und weniger chemische Rückstände im Garten.
Pflanzen aus Bio-Züchtung werden unter Bio-Bedingungen selektiert. Studien zeigen, dass sich Pflanzenpopulationen langfristig genetisch an Bio-Anbaubedingungen anpassen. Das heißt: Sie kommen besser ohne Pestizide und synthetischen Dünger zurecht als konventionelles Saatgut.
Die meisten konventionell gezüchteten Gemüsesorten sind Hybridsorten (F1). Sie bilden zwar Samen, aber die daraus wachsenden Pflanzen haben oft andere Eigenschaften als die Elternpflanze. Bio-Saatgut ist nicht automatisch samenfest (also sortenstabil), aber die Auswahl solcher Sorten ist größer.
ABER
Für den Ernteertrag gilt klar: Es gibt keine Studien, die Pflanzerde mit Bio-Label bessere Ergebnisse zuspricht. Hier geht es vor allem um Umweltverträglichkeit.
Auf torffreie (oder zumindest torfarme) Erde zu achten, gehört mittlerweile zum Konsens. Torfabbau beschleunigt den Klimawandel, da dabei große Mengen des in Mooren gebundenen Kohlenstoffs freigesetzt werden.
Viele konventionelle Pflanzerden bestehen zu bis zu 90 Prozent aus Torf. Versuche mit torffreien Substraten zeigen: Das Pflanzenwachstum kann ähnlich gut sein wie mit torfhaltiger Erde, wenn die Mischung stimmt.
Wichtig für den Gemüseanbau im eigenen Garten ist die Wahl der passenden Erde durchaus. Unsere Expertin Jen sagt dazu: „Eine Blumenerde ist nicht für Anbau für den Verzehr geeignet, beispielsweise. […] Blumenerde ist zum Schönaussehen, mit vielen Inhaltsstoffen, damit da die Blütenbildung angeregt wird.“
Tipps von Jen vom Gartengemüsekiosk
In unserem BKK24-Podcast „einfach gesund!“ zeigt Gartenbau-Expertin Jen vom YouTube-Account Gartengemüsekiosk live, wie die Aussaat von Tomaten und Basilikum unter bestmöglichen Bio-Bedingungen auch ohne Vorerfahrung gut gelingt.
Am besten hören (und sehen!) Sie sich das Gespräch mit NDR-Moderator Christian Haacke selbst auf unserem YouTube-Kanal an (und überall, wo es Podcasts gibt). Eine Reihe von richtig guten Insider-Tipps haben wir außerdem hier für Sie zusammengestellt:
Eine Reihe von richtig guten Insider-Tipps haben wir außerdem hier für Sie zusammengestellt:
Und was bringt eigener Gemüseanbau für die Gesundheit?